Neue NIS2-Vorgaben betreffen tausende belgische Organisationen: Flämisches Start-up entwickelt Technologie zur Automatisierung von Compliance
Pressemitteilung
← Zurück zu den NewsNeue europäische Cybersicherheitsvorgaben werden belgische Organisationen in den kommenden Jahren erheblich beeinflussen. Mit der Einführung der NIS-2-Richtlinie müssen tausende Unternehmen und Einrichtungen nachweisen, dass sie ihre Cyberrisiken strukturiert steuern und dass ihre Sicherheitsmaßnahmen wirksam sind.
Nach Registrierungen bei den nationalen Cybersicherheitsbehörden fallen in Belgien mehr als 7.000 Organisationen unter die neuen Vorgaben. Dazu zählen Unternehmen aus Sektoren wie Energie, Verkehr, Gesundheitswesen, digitale Infrastruktur und Finanzdienstleistungen.
Belgien stark exponiert
Belgien ist von dieser Regulierung vergleichsweise stark betroffen. Das Land beherbergt eine hohe Konzentration europäischer Institutionen, internationaler Organisationen und digitaler Infrastruktur, was Cybersicherheit zu einer strategischen Priorität macht. Zugleich gibt es im Land zahlreiche Unternehmen in Sektoren wie Logistik, Energie, Industrie und Chemie, die unter NIS2 als besonders wichtige oder wichtige Einrichtungen gelten.
Die Regulierung verlangt von Organisationen nicht nur, ihre Systeme besser abzusichern, sondern auch nachzuweisen, dass ihre Maßnahmen wirksam sind. Das bedeutet, dass Unternehmen kontinuierlich Nachweise für ihre Cybersicherheitsmaßnahmen erbringen können müssen.
Diese neuen Pflichten schaffen zudem eine wachsende Nachfrage nach Technologie, die Compliance-Prozesse automatisieren kann.
Euraika GRC: kontinuierliche Compliance-Überwachung
Das flämische KI-Start-up Euraika hat eine Softwareplattform entwickelt, die Organisationen dabei unterstützt, ihre Compliance kontinuierlich zu überwachen. Die Plattform Euraika GRC (gestartet als Aegis) erfasst automatisch Nachweise aus IT-Systemen und bildet diese auf die gesetzlichen Pflichten ab.
Wenn Maßnahmen fehlen oder Systeme von den Richtlinien abweichen, kann die Software solche Situationen erkennen und Organisationen helfen, schneller Korrekturmaßnahmen einzuleiten.
Nach Aussage von Mitgründerin Irene Personne verändert sich die Art und Weise, wie Organisationen mit Compliance umgehen, grundlegend.
„Traditionell findet Compliance vor allem rund um Prüfungstermine statt. Unterlagen werden zusammengestellt, wenn Auditoren sie anfordern, und Maßnahmen werden periodisch durchgeführt. Mit einer Regulierung wie NIS2 wird das zunehmend schwieriger. Organisationen müssen kontinuierlich nachweisen können, dass ihre Maßnahmen wirken.“
KI-gestützte Analyse
Die Plattform nutzt künstliche Intelligenz, um Regulierung zu analysieren, Nachweisquellen zu identifizieren und Abweichungen schneller zu erkennen. Nach Angaben des Unternehmens verbleibt die Verantwortung für Compliance stets bei der Organisation selbst.
„Software kann Organisationen dabei unterstützen, komplexe Regulierung besser zu beherrschen. Die Entscheidungen aber bleiben immer beim Menschen. Technologie unterstützt Governance – sie ersetzt sie nicht.“
Wachsender Markt für Compliance-Software
Nach Einschätzung von Branchenanalysten lässt die Einführung neuer europäischer Regulierung rund um Cybersicherheit und digitale Governance einen rasant wachsenden Markt für Compliance- und Sicherheitssoftware entstehen.
Neben NIS2 sehen sich Organisationen auch mit weiteren europäischen Vorgaben konfrontiert, etwa dem Digital Operational Resilience Act (DORA) für den Finanzsektor und der neuen KI-Verordnung (EU AI Act) für den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Viele bestehende Compliance-Plattformen wurden ursprünglich für die US-amerikanische Regulierung entwickelt und erst später an europäische Frameworks angepasst. Nach Angaben von Euraika wurde die eigene Software von Anfang an auf der Grundlage europäischer Regulierung konzipiert.
Die Plattform kann zudem auf der eigenen Infrastruktur der Organisationen betrieben werden, sodass Unternehmen die Kontrolle über ihre Daten und Systeme behalten.
Gefördert durch VLAIO
Die Entwicklung der Technologie wurde von der flämischen Agentur für Innovation und Unternehmertum (VLAIO) über das Programm zur Förderung innovativer Start-ups unterstützt.
Euraika ist ein flämischer KI-Softwareentwickler, der Anwendungen in den Bereichen Governance, Compliance und künstliche Intelligenz entwickelt. Das Unternehmen konzentriert sich auf Software, die Organisationen auf ihrer eigenen Infrastruktur einsetzen können.

